Die Chronik des TC Mülheim-Kärlich


Die Idee.

Die Idee, einen Tennisclub in der damals erst wenige Jahre bestehenden Großgemeinde Mülheim-Kärlich ins Leben zu rufen, wurde im Januar 1974 bei einem Treffen des Freundeskreises Hans-Josef Reif – Karl Mannheim – Günter Thiel – Peter Kusenbach im Gasthaus Zur Krone, Kärlich, geboren.

 

Die Interessengemeinschaft.

Im nächsten Schritt sprachen die Initiatoren die bereits aktiven Tennisspieler Helmut Dötsch und Willi Wirz aus Mülheim-Kärlich an. Gemeinsam mit diesen erfahrenen Sportlern wurde zunächst die Interessengemeinschaft Tennisclub Mülheim-Kärlich gebildet, die vorwiegend Mitstreiter für das Projekt gewinnen sollte. Hilfreich war dabei, daß dank des Mitinitiators Karl Mannheim auf das Vorhandensein eines geeigneten, 6.000 qm großen Geländes am Ortsrand von Kärlich verwiesen werden konnte.

 

Die Clubgründung.

Es meldeten sich viele Interessenten, da Tennis sich damals langsam zum Breitensport entwickelte, Plätze in der Region aber noch sehr rar waren. Doch die meisten davon scheuten die erforderliche Kärrnerarbeit, die mit der Clubgründung und dem Tennisplatzbau zweifelsohne verbundenen war. Sie warteten erst einmal die Entwicklung ab. Trotzdem waren genügend Idealisten bereit, am 25. März 1974 die Gründung des Tennisclubs Mülheim-Kärlich im Hotel Grüters, Mülheim, vorzunehmen und den ersten Vorstand mit Hans-Josef Reif (1. Vorsitzender), Kathleen Lorscheid-Kratz (2. Vorsitzender), Günter Thiel (Schatzmeister), Rolf Meyermann (1. Geschäftsführer), Helmut Dötsch (2. Geschäftsführer) und Willi Wirz (Sportwart) zu bestimmen. Erklärtes Ziel des Vorstandes war es, den Spielbetrieb auf eigenen Plätzen möglichst bis zum Spätsommer 1974 aufzunehmen. Damit wollte man auch dem Bau einer überraschenderweise in Mülheim-Kärlich zeitgleich vorgesehenen kommerziellen Tennisanlage zuvorkommen.

 

Die Gründungsmitglieder.

Dreiundvierzig Personen, davon fünf Jugendliche, die bis zum 3. Mai 1974 ihren Beitritt erklärt hatten, zählen zum Kreis der Gründungsmitglieder. Sie trugen mit ihrem Engagement und der Risikobereitschaft ganz wesentlich zum Gelingen des Vorhabens bei. Mit ihrer Mitgliedschaft in dieser Phase sicherten sie die Finanzierung des Projektes. Zehn Mitglieder gaben zudem eine Bürgschaftserklärung zur Absicherung einer Fremdfinanzierung ab. Insbesondere die männlichen Mitglieder packten auf der Baustelle tatkräftig an.

 

Die Namen der Wegbereiter lauten:

Jörg + Sonja Daumiller ● Helmut + Irmtrud Dötsch ● Richard Dötsch ● Harald Dötsch (Schüler) ● Claudia Erbar (Schülerin) ● Peter Erbar (Schüler) ● Gisela Fröhlich ● Hans-Hermann Fuhrmann ● Rosita Grunwald ● Hermann Hillesheim ● Peter Kochhan ● Karl-Heinz Kriebs † ● Friedhelm + Wiltrud Kronewald ● Norbert Kunz ● Friedhelm + Gerlinde † Löbbert ● Kathleen Lorscheid-Kratz ● Annerose Mannheim † ● Rolf + Gertraude Meyermann ● Helga Mohrs (Schülerin) ● Hiltrud Mohrs (Schülerin) ● Niels + Gisela Nülle ● Hans-Josef + Elfi Reif ● Hans-Josef Rönz ● Peter Reif ● Wolfram Seeck ● Günter Thiel ● Willi † + Marga † Uerz ● Willi Vogt ● Gerhard Weller ● Birgit Wilden ● Winfried + Marlene Winden ● Uwe Wirz ● Willi + Irmgard Wirz

 

Die Bauphase.

Dem Vorstand gelang es, nach intensiven Gesprächen mit den zuständigen Behörden die erforderliche Baugenehmigung – für heutige Verhältnisse unvorstellbar – innerhalb weniger Wochen zu erhalten. Mit der 1. Stufe des Bauvorhabens, der Errichtung von zwei Tennisplätzen, eines Parkplatzes, eines provisorischen Clubheimes, einer Trainingswand und einer Grünfläche konnte deshalb bereits im Mai 1974 begonnen werden. Perspektivisch hatte man bei der Ausführung bereits die Erweiterung auf vier Plätze und den Bau eines festen Clubhauses im Blick. Die zur Verfügung stehende Größe des Pachtgrundstückes ließ diese Zukunftsplanung zu.

Entscheidenden Anteil an der Realisierung der 1. Stufe hatte das Vorstandsmitglied Willi Wirz. Von Anfang an leitete Willi Wirz professionell und mit großem Engagement den Bau der Tennisplätze. Es gelang ihm darüber hinaus aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und der daraus gewachsenen Beziehungen immer wieder Fremdfirmen – u. a. Straßenbauunternehmen – zu gewinnen, die zum Teil mit schwerem Gerät wertvolle Unterstützung leisteten. In diesem Zusammenhang darf die herausragende Hilfe von Herrn Dipl.-Ing. Manfred Marschall, Urmitz, nicht unerwähnt bleiben.

Der unablässige Einsatz der Gründungsmitglieder bei der Aufbauarbeit war bewundernswert. Sie arbeiteten wochenlang in ihrer Freizeit auf der Baustelle, um das gesteckte Ziel – die Fertigstellung der Plätze in der laufenden Saison – zu erreichen. Das hierdurch entstandene Zusammengehörigkeitsgefühl war wichtig für die weitere Etablierung des jungen Vereins. Im August 1974 – fünf Monate nach der Clubgründung – wurde die 1. Stufe des Bauvorhabens planmäßig beendet.

Die Baukosten – ohne Bewertung der enormen Eigenleistung der Mitglieder und der überwiegend kostenlosen Unterstützung von Fremdfirmen – betrugen insgesamt 45 TDM (23 T€). Sie wurden mit Eigenmitteln und einem erhaltenen Darlehen in Höhe von 20 TDM (10 T€) finanziert.

 

Die Einweihung.

Die offizielle Einweihung der Plätze 1 + 2 geschah am 31. August 1974. Der 1. Vorsitzende Hans-Josef Reif konnte als Ehrengäste Verbandsgemeindebürgermeister Massing, Ortsbürgermeister Heift, Pfarrer Schmidt, den Präsidenten des Tennisverbandes Rheinland, Herrn Krämer sowie Vertreter der benachbarten Tennisclubs und der örtlichen Sportvereine begrüßen. Die etwa 50 Mitglieder nahmen an der eindrucksvollen Veranstaltung vollzählig teil.

Eine besondere Attraktion des Tages war der von Karl Mannheim gestellte Hubschrauber, der die ersten Bälle einflog, mit denen der Club symbolisch seine sportlichen Aktivitäten begann. Bei dieser Gelegenheit nahmen die Ehrengäste gerne das Angebot zu einem Rundflug über das Tennisgelände und die nähere Umgebung wahr. Am Nachmittag fanden für die Gäste Demonstrationsspiele statt. Die Feierlichkeiten schlossen abends mit Spießbratenessen und Tanz im Saal des Gasthauses Zur Krone, Kärlich.

 

Der Spielbetrieb.

Die im Spätsommer 1974 noch verbleibende Spielzeit nutzten die Mitglieder, um als Autodidakt oder unter Anleitung erfahrener Spieler das Tennisspiel zu erlernen oder zu verbessern. In 1975 startete eine Herrenmannschaft in der Medenrunde und verfehlte nur knapp mit einem achtbaren 3. Platz den Aufstieg. Die erste Herren-Clubmeisterschaft – die Damen trauten sich noch nicht – fand im August statt. Als Clubmeister im Einzel konnten Helmut Dötsch (Gr. A) und Harald Dötsch (Gr. B) ermittelt werden. Im Doppel siegten Helmut Dötsch und Uwe Wirz. Die Überreichung der Pokale – auch an die Zweitplatzierten Norbert Kunz, Peter Kochhan und Norbert Kunz/Hans-Josef Rönz – erfolgte im Rahmen eines Clubfestes im Herbst.

Bereits in 1976 gelang der Aufstieg der Herrenmannschaft nach einer Zitterpartie gegen TC Vallendar III auf eigener Anlage. Die Begeisterung war groß, zumal man sich davon weitere Impulse für den Tennissport in Mülheim-Kärlich versprach.

Im Spielbetrieb kehrte nach der euphorischen Gründungsphase sehr schnell der Alltag ein. Wie in den meisten etablierten Vereinen gab es auch beim TcMK bald das übliche Gerangel um Plätze in der Mannschaft oder Diskussionen bei der Auslegung der Bestimmungen für Forderungsspiele. Die Folge davon war zeitweise ein beachtlicher Verschleiß an Sportwarten.

 

Das gesellschaftliche Leben.

Ohne das legendäre „Häusje“ – das erste Clubhaus aus Holz mit Gastraum (6 m x 6 m), einem Bereich mit Umkleideräumchen, Dusche und WC sowie einer Veranda – wäre das gesellschaftliche Leben im TcMK nicht so schnell und nachhaltig in Schwung gekommen. Ob Treffpunkt im Alltag, Ort für Siegerehrungen, Mannschaftsfeiern, Silvester- oder Karnevalsfeiern – das Häusje war der Mittelpunkt. Es fiel 1979 nach einer würdigen „Beerdigungsfeier“ dem Bau des Centre-Courts zum Opfer und wurde durch das heutige feste Clubhaus ersetzt. Die Organisation der zahlreichen Vereinsfeste lag viele Jahre federführend in den Händen von Werner Flöck †, der von den übrigen Festausschußmitgliedern Marianne Volk und Gerti Müller bestens unterstützt wurde.

 

Volley – die Club-Zeitung

„Volley“ wurde im September 1976 auf Anregung des Vorstandes ins Leben gerufen. Erich Nickenig †, Peter Kochhan und Marita Reichenthaler übernahmen fast fünf Jahre lang die Redaktion. Sie informierten und kommentierten in den regelmäßigen Ausgaben (noch Matrizenvervielfältigung!) sachkundig und objektiv die Geschehnisse im TcMK sowie im Tennissport allgemein. Ab 1982 traten Lothar Kempka – der spätere langjährige 1. Vorsitzende – und Udo Seyl in die Fußstapfen. Es entstand in dieser Zeit mit moderner Drucktechnik und viel Bildmaterial ein ansprechendes, gern gelesenes Magazin.

 

Die Weiterentwicklung.

Bau der Plätze 3 + 4

Dem Gründungsvorstand war es bewußt, daß für den Ausbau der Anlage auf vier Tennisplätze nicht noch einmal eine hohe Eigenleistung von den Mitgliedern abverlangt werden konnte. Deshalb beantragte er frühzeitig zur Finanzierung der mit rd. 80 TDM (41 T€) veranschlagten Erweiterung Landesmittel. Diese flossen erwartungsgemäß im Frühjahr 1977. Zeitgleich wurde der Bau in Angriff genommen. Die alten und neuen Clubmitglieder feierten am 30. April 1977 die Fertigstellung zunächst auf der vergrößerten Anlage und anschließend mit einem Abendessen und dem obligatorischen Tanz in den Mai im Gründungslokal Hotel Grüters.

 

Bau der Plätze 5 + 6

Das Interesse an Tennis war ungebrochen, und die Warteliste war sehr lang. Der Vorstand schlug deshalb in einer außerordentlichen Versammlung im November 1977 den Mitgliedern den Bau der Plätze 5 + 6 vor. Da auch nach dem Bau der Plätze 3 + 4 der TcMK noch ein gutes finanzielles Polster aufwies und die mittelfristige Finanzierung gewährleistet war, stimmten die Mitglieder dem Vorhaben mit voraussichtlichen Herstellungskosten von rd. 60 TDM (31 T€) einstimmig zu. Der Bau wurde in 1978 vom neu gewählten Vorstand realisiert.

 

Bau des neuen Clubhauses

sowie des Centre-Courts (Platz 7)

In 1978 / 79 wurde mit der Errichtung des neuen Clubhauses und des Centre-Courts auf dem Gelände des alten Holzclubhauses quasi der Endausbau der Tennisanlage erreicht. Beim Bau des Clubhauses legten wieder viele alte und auch neue Mitglieder selbst „Hand an“ oder leisteten finanzielle Unterstützung. Zuschüsse des Kreises und der Gemeinde Mülheim-Kärlich erleichterten die Finanzierung der moderaten Herstellungskosten von ca. 80 TDM (41 T€). Die Ausgaben für die Errichtung des Platzes 7 wurden weitestgehend durch die Einnahmen aus den Zugängen neuer Mitglieder gedeckt.

 

Einige Clubdaten.

 

Mitgliederzahl.

1974: 50

2014: 290 – davon 1/3 Jugendliche

 

Vorsitzende.

1974 – 1978: Hans-Josef Reif

1978 – 1982: Wolfram Seeck

1982 – 1990: Max Erbar (zuvor von 1976 bis 1982 2. Vorsitzender)

1990 – 2000: Lothar Kempka

2000 – 2016: Wolfgang Knöll

2016 – heute: Carlo Weber, Jörg Karbach, Andre Reichenthaler

 

Schatzmeister.

Günter Thiel ● Jörg Daumiller ● Sonja Daumiller

Seit 1988 bis heute verwaltet Rosi Schmitz ohne Unterbrechung zuverlässig und kompetent die Finanzen des TcMK

 

Neuzeit

Nach 15 erfolgreichen Jahren an der Spitze des TCMK stand Wolfgang Knöll für die anstehenden Neuwahlen im März 2016 aus beruflichen sowie persönlichen nicht mehr zur Verfügung. Die langjährige Wegbegleiterin im TCMK-Vorstand, Rosi Schmitz, hob in ihrer Rede die außerordentlichen Leistungen von Wolfgang Knöll für den Tennissport und den TCMK nochmals hervor. Die Mitglieder honorierten dies mit lang anhaltendem Applaus und mit einem einstimmigen Votum, das den sichtlich gerührten Wolfgang Knöll zum Ehrenmitglied des Clubs machte.

Um den TCMK auch erfolgreich in die Zukunft zu führen, wurde den Mitgliedern ein neues Konzept vorgestellt, das mit den Ziel verbunden ist, die anstehenden Aufgaben und die damit verbundene Verantwortung auf möglichst viele Schultern zu verteilen.

Da hiermit eine neue Struktur der Ämter verbunden ist, mussten die Mitglieder über eine Satzungsänderung abstimmen, die mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Kern der Änderung ist, dass der TCMK künftig von den drei gleichberechtigten Vorsitzenden Jörg Karbach, Andre Reichenthaler und Carlo Weber geführt wird, die jeweils ein Ressort verantworten. Ebenso wurden zusätzliche Beisitzer für eng definierte Aufgaben gewählt.

Mit insgesamt 23 Mannschaften, darunter 10 Jugendmannschaften, ist der TC Mülheim-Kärlich im Jahr 2016 ein großer und gleichzeitig erfolgreicher Tennisverein im Rheinland. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Nachwuchsförderung. Dies tun wir mit Erfolg! Die Jugendmannschaften des TC Mülheim-Kärlich sind fast durchweg in den höchsten Spielklassen des Tennisverbandes Rheinland vertreten sind. Davon profitiert auch der Seniorenbereich. So spielt beispielsweise die erste Damenmannschaft in der Verbandsliga, die erste Herrenmannschaft in der Rheinlandliga. Das leistungsorientierte Tennisspiel ist jedoch nur eine Facette. Denn auch in den Breitensport investieren wir, um weitere Kinder und Erwachsene vom Tennissport zu begeistern.

 

Der Vorstand dankt Hans-Josef Reif und Helmut Dötsch, die den historischen Teil der Chronik verfasst haben.

 

 

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